Rebsorten


  • Adelfränkisch
    Die Sorte Adel- oder Edelfränkisch war eine Qualitätssorte im Gemischten Satz mit hoher Zucker- und Säureleistung. Synonyme sind Weiß-oder Kleinfränkisch. Die Blattform ist ähnlich wie die vom Traminer, die Blätter sind sehr dick und erinnern beim Anfassen an Rindsleder. Er reift kurz nach dem Silvaner und der körperreiche Wein hat frische, fruchtige Aromen, die an Zitrusfrucht und grüner Apfel erinnern. Die Würzigkeit des Weines hat Ähnlichkeit mit der Sorte Grüner Veltliner. Leider ist der Adelfränkisch nicht ertragssicher und verrieselt leicht. Sie reift nach dem Silvaner und der körperreiche und würzige Wein hat fruchtige Aromen, die an Burgunder-Cuvées erinnern. Die Sorte ist sehr widerstandsfähig gegen Trockenheit im Boden. Sie benötigt warme, windgeschützte Lagen.
  • Blauer Kölner
    Die Trauben sind groß und gepackt mit bis zu 5 Schultern pro Traube. Die Sorte ist somit ertragreich. Der Wein erinnert an Portugieser-Rotweine. Die Trauben reifen aber später als der Spätburgunder, d.h. der Blaue Kölner ist interessant für die Klimaerwärmung und kann eventuell in der Zukunft einen Ersatz für den Portugieser darstellen.
  • Bukettrebe
    Sie ist wohl die jüngste unter den „Historischen fränkischen Weißweinsorten“ und wird 1864 zum ersten Mal schriftlich in Würzburg erwähnt. Gezüchtet von Sebastian Englert (1802 –1880) in Randersacker aus einer Kreuzung von Grüner Silvaner x Blauer Trollinger. Sie wurde auch als Bouquettraube, Buket, Bukettriesling, Würzburger oder in der Pfalz und Rheinhessen als „Bocksbeutel“ bezeichnet. Wegen ihres starken Wuchses und des reichen Ertrages hat sie sich relativ schnell verbreitet und wurde bis 1950 angebaut. Auf Grund der späten Reife und den hohen Säuregehalten hat man sie bereits 1935 für den Anbau verboten und sie war in Franken fast ausgestorben. Der Klon Bukettrebe Wü 0401 reift kurz nach dem Riesling und bringt einen anregend fruchtigen Wein mit leicht grünen Aromen. Die Sorte benötigt eine Riesling-Lage.
  • Geisdutte
    Die Geisdutte stammt vermutlich aus der Steiermark. Der Name leitet sich von „Ziegeneuter“ ab – in der Umgangssprache als „Geisdutte“ betitelt. Der Grund für diesen Namen sind die teilweise sehr großen Trauben, die bis ein Kilogramm schwer werden können und die typischen spitzovalen großen Beeren, die an Tafeltrauben erinnern. Die Rebsorte besitzt auch sehr schöne fünf- bis siebenlappige Blätter. In der Weinbereitung hat sie nie eine große Rolle gespielt, weil der Geschmack sehr neutral ist und durch den hohen Ertrag die Aromen sehr stark verdünnt sind. Sie war immer eine Besonderheit im „Alten Fränkischen Satz“ zum Vorzeigen, um die schönen großen Trauben zu verschenken oder  für die Traubensegnung in die Kirche zu tragen.
  • Gelber Muskateller
    Gelber Muskateller, französisch Muscat blanc à petits grains, ist eine sehr alte und hochwertige, weltweit verbreitete Weißwein-Rebsorte mit intensivem, komplexem Muskatbouquet. Die Sorte ist winterfrostempfindlich ist mit Hang zum Verrieseln, mittelspät reifend und botrytisanfällig ist. In schlechten Jahren können die Säure hart und das Bukett dominant ausfallen. Die rundlichen bis leicht länglichen Beeren sind mittelgroß und von grüngelber Farbe. Die Schale der Beere ist dick. Das Aroma der saftigen Beere ist fein und verfügt über ein aromatisches Bukett mit ausgeprägtem Muskatgeschmack.
  • Hartblau
    Diese Sorte galt als ausgestorben und wurde ebenfalls beim BLE-Projekt im fränkischen Steigerwald gefunden. Es handelt sich um eine mittelalterliche Rotweinsorte mit kleinen Beeren und meist lockeren Trauben. Die Beeren haben eine sehr dicke Beerenhaut und sind fäulnisresistent. Der Wein ist sehr Gerbstoff-haltig mit Primäraromen von Schlehenfrüchten und Brombeeren. Die Ertragsleistung ist mittel, da die Sorte zu Verrieselung neigt. Die Trauben reifen nach dem Spätburgunder und bringen eine hohe Zuckerleistung. Sehr interessant war die Beobachtung, dass im Herbst 2014 die Sorte frei von Kirschessigfliegen-Befall war. Offenbar ist die Beerenhaut zu dick für ihren Eiablage-Stachel.
  • Tauberschwarz
    Der Tauberschwarz ist eine autochtone Rebsorte aus dem Tauber- und Vorbachtal im Weinbaugebiet Tauberfranken. Sie wurde dort seit dem 16. Jahrhundert als Teil des Huntsch (Zehntweines) angebaut. Die Rebe wurde erstmals in einem Dekret des Hochstifts Würzburg im Jahre 1726 während der Regentschaft des Grafen Carl-Ludwig von Hohenlohe zu Weikersheim unter dem Namen „Tauber schwarzen Weinbergsfexern (Schnittlinge)“ erwähnt. Bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts standen nur noch Rebflächen mit Tauberschwarz in den Weinlagen von Laudenbach (Vorbachtal) und Weikersheim (Taubertal). Durch Rebflurumlegungen ab den 50erJahren wurden die Rebstöcke in älteren Anlagen mit Mischsatz gerodet, so dass der Tauberschwarz fast komplett von der Rebfläche verschwand. Damit galt der Tauberschwarz bis 1959 sogar als ausgestorben, ehe man in einem Weinberg in Ebertsbronn im Vorbachtal auf die letzten verbliebenen Rebstöcke stieß. Durch züchterische Auslese fand eine Wiederbelebung durch die staatliche Lehr- und Versuchsanstalt in Weinsberg mit ihrer Außenstelle in Lauda statt.
  • Vogelfränkisch
    Die Vogelfränkische ist eine verschollene Rebsorte, die beim BLE-Projekt 2009 wiederentdeckt wurde. In der Ampelographie nach „Carl Friedrich von Gok“ 1836 wird sie als „Korinthe“ abgebildet und beschrieben. Das typische zackige Blatt ist wie eine spitze Tüte geformt. Der Großteil der Beeren ist Jungfern-fruchtig und deshalb sehr kleinbeerig und kernlos. Wegen der Kernlosigkeit hat man die Beeren früher sicher getrocknet und als Korinthen verwendet. Die Reifezeit ist kurz nach Silvaner und die kleinen Beerenhaben gewöhnlich hohe Öchslegrade und eine schmackhafte Säure. Der Verrieselungsgrad ist bei schlechtem Blütewetter sehr hoch, damit ist die Sorte leider nicht ertragssicher. Sie war früher ein Zucker- und Aromaspender im Gemischten Satz. Die Aromen erinnern an Riesling und Weißburgunder.
  • Weißer Lagler
    Im Steigerwald wurde die Sorte Weißer Lagler oder Weiße Schapatna gefunden. Die Sorte stammt aus der Steiermark und vom Neusiedlersee. Oft nur als „Lagler“ bezeichnet haben die Trauben einen interessanten fruchtig-würzigen Geschmack. Sie reifen kurz nach dem Silvaner und habeneine ansprechende Säure. Die Beeren sind relativ klein an lockeren bis gepackten und geschulterten Trauben.